Vrenelis Gärtli

Nach dem Roman von Tim Krohn in einer Theaterfassung von Anita Augustin und Jonas Knecht

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«Ein magischer Theaterabend.» (Tages Anzeiger)

«Nicht weniger unter die Haut geht Vrenelis atemlose Erzählung von der Flucht vor dem bösen Hexer.» (Neue Zürcher Zeitung)

Heidi kennt jeder. Das Vreneli nicht. Dabei ist das Vreneli fast wie das Heidi, nur anders.
Vreneli kommt in den Schweizer Bergen zur Welt, in einem Stall, und ihre Mutter hat nicht viel Zeit für die Geburt. Kühe melken ist dort oben genauso wichtig, wie Kinder auf die Welt bringen. So sieht es das Vreneli auch, und sie macht sich wenige Minuten nach ihrer Geburt nicht weiter wichtig. Sie krabbelt auf allen Vieren (erste Minute), sie stellt sich auf zwei Beine (zweite Minute), sie lässt ihre Mutter in Ruhe weiter melken (dritte Minute) und läuft davon. Das alles kann Heidi nicht. Außerdem kann Heidi nicht als Fuchs durch die Wälder streifen, keine Blumen auf den weißen Firn pinkeln und keine handfeste Hungersnot übers Tal zaubern.
In „Vrenelis Gärtli“ erleben wir, wie das Vreneli geboren wird, was es so treibt, und woran es stirbt. Wiederauferstehung inklusive.
Wer kommt, ist dabei!


Besetzung

SPIEL Eleni Haupt, Anja Tobler, Matthias Flückiger, Mathis Künzler
MUSIK Anna Trauffer und Mathias Weibel

REGIE Jonas Knecht
DRAMATURGIE Anita Augustin
BÜHNE & KOSTÜME Brigit Kofmel, Markus Karner
CHOREOGRAFIE Cornelia Lüthi
MITARBEIT REGIE & AUSSTATTUNG Lorenz Seib
LICHT & TECHNISCHE EINRICHTUNG Roger Stieger
KOSTÜMANFERTIGUNG Susi Rüttimann, Beatrice Hiestand
PRODUKTIONSLEITUNG Gabi Bernetta

Premiere der Uraufführung war am 20.1.2010 Theater Chur und am 5.2.2010 Sophiensaele Berlin
Die Wiederaufnahme-Premiere am Theater St.Gallen war am 03.11.2016
Aufführungsrechte beim Verlag der Autoren, Frankfurt / M

PRODUKTION theater konstellationen in Koproduktion mit Theater Chur, Sophiensaele Berlin, Fabriktheater Rote Fabrik Zürich und Theater St.Gallen


Video


Presse

Schweiz-Theater – Auf «Vrenelis Gärtli» folgt demnächst «Das Schweigen der Schweiz» und «Durcheinandertal»: Das kritische Heimattheater des neuen St.Galler Schauspieldirektors bekommt Konturen. Peter Surber im Saiten vom 04.12.2016

Kurz und Kritisch

«Ein magischer Theaterabend.» (Tages Anzeiger)
«Nicht weniger unter die Haut geht Vrenelis atemlose Erzählung von der Flucht vor dem bösen Hexer.» (Neue Zürcher Zeitung)
«Was die vier Schauspieler unter der Regie von Jonas Knecht am Mittwochabend im Theater Chur auf die Bühne brachten, nahm das Publikum von Beginn an gefangen. Wie gebannt verfolgte es das Geschehen in ‹Vrenelis Gärtli›. Zu Recht. Denn in der Uraufführung des Stückes von Anita Augustin und Jonas Knecht brillierte das Ensemble um Eleni Haupt, Anja Tobler, Mathias Flückiger und Mathis Künzler mit einer grandiosen schauspielerischen Leistung.» (Südostschweiz)
«Anna Trauffer (Kontrabass) und Matthias Weibel (Geige) rhythmisieren diesen bilderstarken Abend, in dem die Schauspieler (Eleni Haupt, Anja Tobler, Mathias Flückiger, Mathis Künzler) durch Witz wie ein variantenreiches Spiel glänzen.» (Aargauer Zeitung)
«Die Stahlwand als zentrales Element der Theaterbühne (Bühne und Ausstattung: Brigit Kofmel) ist der blanke Fels, an ihr wird herumgekraxelt, sie bietet Widerstand und Anlehnung. Eine Klagemauer. Ein Grenzort. An ihrer Oberfläche prallt das Fluchen, Maulen und Umenwetteren ab. Und das Echo der Juchzer, die so unvermittelt aus Mündern rollen, wie ein Steinschlag vom Berg. Eine unberechenbare Welt, mystisch, neblig, wortkarg.» (St.Galler Tagblatt)
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Beitrag Schweizer Fernsehen

„angesagt“ kulturplatz vom 27.01.2010
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Zauberhafte Mär aus der Glarner Bergwelt (Marina Bolzli in der Berner Zeitung vom 14.01.2011)
Die heimatlichen Berge sind beengend – aber nicht nur: Das beweist die grandiose Bühnenversion von Tim Krohns mythischem Alpenroman «Vrenelis Gärtli», im Schlachthaus-Theater.

Volksmusik und ein verzweifelt lauter Juchzer. Milch und Käs. Und Käs und Milch. Und Milch und Käs und Schuld. Im Schlachthaus-Theater ist die enge Glarner Bergwelt eingekehrt. Sie sitzt den Menschen im Nacken, symbolisiert durch eine glatte, steile Blechwand am hinteren Bühnenrand. Beengend und abergläubisch machend. In diese Welt hinein wird das Vreneli geboren, ein «bsungrigs» Wesen, eines mit einem «Tierli» in sich, einem «Füchsli». Schöpfer dieses Bergmädchens ist der gebürtige Deutsche Tim Krohn, der mit «Quatemberkinder» und der Fortsetzung «Vrenelis Gärtli» eine mystische Bergwelt kreiert hat, voll von zauberhaften und beängstigenden Wesen, die umgetrieben sind von der Frage, wer sich schuldig macht und ob die Schuld im Diesseits oder im Jenseits gebüsst werden muss. Seine Menschen sprechen eine sonderbare Sprache, ein nie gehörtes Gemisch aus Hochdeutsch und urchigen Dialektausdrücken, eine sehr rhythmische und musikalische Sprache.
Das theater konstellationen um den Ostschweizer Jonas Knecht hat nach «Quatemberkinder» nun auch «Vrenelis Gärtli» auf der Bühne umgesetzt. Sehr musikalisch, aus wenig Mitteln und mit viel Fantasie kreiert die Gruppe ihre eigene Version der Vriine und lässt den Autor und seine sonderbare Sprache dabei immer durchschimmern. Die Vriine nämlich hat kein leichtes Los, Kind des im Tal ungeliebten Fessisbauern, Mutter tot, wird es zum Bersiäneli geschickt. Das Bersiäneli, so sagt man, verbüsse seine Schuld auf Erden, und könne seit Jahrhunderten nicht sterben. Dafür zaubern. Und die Vriine wird wild und übermütig ins Handwerk eingeführt – nur dass sie sich dann dummerweise mit einem bösen Zauberer (Matthias Flückiger) anlegt. Hier schimmern Bergmythen durch, Märchen, die vom theater konstellationen lustvoll aufgenommen werden. Das Bersiäneli (Eleni Haupt) tanzt und krächzt, ihr Rabe (Mathis Künzler) wackelt und stöckelt, die Vriine (Anja Tobler) äugt und staunt und lernt. Aus wenig wird unglaublich viel gemacht – schauspielerisch, musikalisch und ausstattungsmässig. Die vier Schauspieler schlüpfen mühelos und immer glaubwürdig von einer Rolle in die andere und geben zwischendurch den Erzähler, damit das Publikum den Faden nicht verliert.
Anna Trauffer und Mathias Weibel begleiten das Stück mal auf Kontrabass und Geige, dann wieder mit unzähligen selbst gebastelten oder umfunktionierten Instrumenten. Die Schauspieler nehmen die Rhythmik auf, brauchen die aufklappbaren roten Blechtische als Stampfboden, die Stahlwand als «Wettermacherin», die Musikdose als Kuh. Mit dem kargen Bühnenbild und unverfroren tief aus der «Verkleiderlikiste» hervorgekramten Trouvaillen wie einem Fuchsfell, alten Skistöcken oder einem hässlichen Lackmantel ist Ausstatterin Brigit Kofmel ein wahres Kunststück gelungen.
Dass die Mär versöhnlich oben im Himmel endet, ist irgendwie absehbar – und geschieht nach eineinhalb Stunden doch so plötzlich, dass der Wunsch aufkommt, die Glarner Bergwelt möge noch mehr ihrer Geschichten erzählen.